Das Netz in Zahlen
- 169 Standorte in der Karte oben: 121 Lkw-Ladeparks in Betrieb mit ≈650 Ladepunkten (davon 15 Pkw-HPC mit Lkw-Zugang), 21 geplant, 27 Lkw-Parkplätze mit Nachtladen 11–120 kW – Betreiberlisten abgeglichen mit dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur (Stand 01.09.2026); Einträge aus dem Register sind in der Tabelle mit „BNetzA“ markiert.
- 154 Lkw-Ladestandorte mit Durchfahrt in Deutschland (eTrucker, Juli 2026). Top-Betreiber: Aral pulse (50), Milence (10), Shell Recharge (10), E.ON Drive (7).
- 355 Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge an 88 Standorten (VDA, Juli 2026).
- 18 Standorte mit öffentlichem MCS in Deutschland (Aral pulse 5, HoLa-Korridor 5, Dettendorfer 2, ESG-Solar, GP Joule u. a., September 2026) – MCS wird zum Netz, ab 2027 Standard an Bundes-Rastanlagen.
- 836 Ladepunkte an 124 unbewirtschafteten Rastanlagen im Bundes-Schnellladenetz, davon 447 MCS; Start auf der IAA am 15. September 2026.
- 50 Milence-Standorte bis Ende 2026 angestrebt, 1,44 MW MCS; 120 Mio. € Finanzierung Mai 2026.
- ≈1.800 Lkw-taugliche Ladepunkte an Europas Hauptkorridoren (Milence-Zählung, 2026).
Was Laden kostet (ct/kWh netto)
- Depot, nachts, Gewerbetarif: 20–28 – der Standard, 80–90 % aller kWh.
- Depot mit dynamischem Tarif und Lastmanagement: 12–20 – Börse 7–9 ct plus Netzentgelte; lohnt ab ~5 Fahrzeugen.
- Öffentlich CCS 350–400 kW, Vertragstarif: 38–48 – Zwischenladen unterwegs.
- Öffentlich MCS ad hoc: 45–60 (Schätzung) – die Ausnahme.
Invest-Case Depot: Was ein Ladepunkt kostet
Der E-Lkw ist nur die Hälfte der Investition. Die andere Hälfte steht auf dem Hof – und ohne sie fährt er nicht. Netto-Schätzungen 2026, Bandbreite ±30 %.
- Leistung je Lkw: 350 km/Tag ≈ 400 kWh; in 9 h Standzeit reichen 50–100 kW. Megawatt-Laden braucht nur, wer 2- oder 3-schichtig fährt.
- DC-Ladepunkt: 50 kW ~25 T€, 100 kW ~35 T€, 200 kW ~55 T€, 400 kW ~95 T€, MCS ab ~250 T€ (Hardware inkl. Montage).
- Tiefbau: Kabeltrasse, Fundament, Unterverteilung: 10–25 T€ je Ladepunkt – der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird.
- Netzanschluss: bis ~250 kW Niederspannung; darüber Mittelspannung mit Trafostation (630 kVA ~110 T€, 1 MVA ~160 T€, 1,6 MVA ~230 T€) plus Baukostenzuschuss ~100 €/kW.
- Lastmanagement: 10–15 T€ einmalig, 1–2 T€/Jahr Backend; senkt die nötige Anschlussleistung um ~30 %.
- Je E-Lkw, alles inklusive: Die Kosten je Fahrzeug sinken nicht einfach mit der Flottengröße, sie springen einmal: 2 Lkw ~75 T€ je Lkw (Niederspannung, kein eigener Trafo nötig) · 5 Lkw ~95 T€ je Lkw (ab ~250 kW wird eine Trafostation für ~110 T€ fällig, die sich erst auf 5 Fahrzeuge verteilt) · 10 Lkw ~85 T€ · 20 Lkw ~75 T€ (der Trafo verteilt sich, die Ladepunkte und der Tiefbau nicht). Der Depot-Invest-Rechner oben rechnet es für deine Flottengröße; den Wert „je E-Lkw“ in den TCO-Rechner übernehmen.
Was technisch nötig ist
- Netzanschluss beim Netzbetreiber anfragen (Leistung in kW, Standort, Zeitplan) – 2 E-Lkw brauchen 100–200 kW, 10 E-Lkw ~700 kW; Wartezeit 6–18 Monate, deshalb zuerst.
- Ladeprofil aus dem Tourenplan ableiten: Tagesverbrauch ÷ Standzeit = Ladeleistung je Lkw; ein Nachtfenster von 6–8 h genügt meist für 100 kW je Fahrzeug.
- Stellplätze mit Rangierfläche, Fundamente, Kabeltrasse zur Übergabestation planen; ab 250 kW Trafostation und Niederspannungshauptverteilung einplanen.
- Lastmanagement mit OCPP-Backend, Eichrecht nur bei Weiterverkauf des Stroms, Brandschutzkonzept mit der Versicherung abstimmen.
- Stromvertrag mit Zeitfenstern verhandeln, Lastspitzen deckeln (Leistungspreis); PV und Speicher als zweite Stufe rechnen.
- Kernrouten gegen Milence-, Aral-pulse- und E.ON-Standorte prüfen; MCS frühestens ab 2027 einplanen – der Routenplaner rechnet das durch.