Curtainsider, Koffer, Kühler, Kipper, Tank: Auflieger-Typen, Maße, Nutzlast, Hersteller und worauf es beim gebrauchten Sattelauflieger ankommt.
Der Sattelauflieger ist das Rückgrat des europäischen Güterverkehrs: 13,6 m Ladelänge, 33 Paletten, bis zu 27 t Nutzlast – und ohne eigenen Antrieb. Genau das macht ihn zum meistgehandelten Gebrauchtfahrzeug im Nutzfahrzeugmarkt. Welche Bauarten es gibt, was sie unterscheidet, welche Maße und Gewichte gelten, wer sie baut und worauf beim Kauf und Verkauf zu achten ist.
Ein Sattelauflieger (Auflieger, Sattelanhänger, Trailer) ist ein Anhänger ohne Vorderachse, der mit dem Königszapfen auf der Sattelkupplung einer Sattelzugmaschine aufliegt. Ein Teil seines Gewichts – die Sattellast, meist 10 bis 12 t – trägt die Zugmaschine, den Rest die eigenen Achsen. Zusammen bilden beide den Sattelzug, in Deutschland bis 40 t zulässiges Gesamtgewicht (44 t im kombinierten Verkehr). Der Unterschied zum Anhänger: Ein Anhänger hat eine eigene Vorderachse oder Deichsel und läuft hinter einem Motorwagen als Gliederzug.
Der Standard im Stückgut- und Palettenverkehr: seitliche Schiebeplanen, Schiebeverdeck, Rungen, Ladung von drei Seiten und per Stapler. Varianten: Standard (Innenhöhe rund 2,7 m), Mega (3 m Innenhöhe für Volumengut, niedrige Sattelhöhe), Jumbo (abgestufte Ladefläche), Coilmulde für Stahlrollen, Joloda-Schienen für Papierrollen. Mit Zertifikat nach DIN EN 12642 Code XL übernimmt der Aufbau einen Teil der Ladungssicherung.
Geschlossener Aufbau aus Sandwichplatten, Hecktüren, oft Ladebordwand und Doppelstock-Ausrüstung. Für Pakete, Möbel, Elektronik, Textil – alles, was trocken, sauber und diebstahlsicher fahren muss. Schwerer als die Plane, dafür kein Ladungssicherungsproblem gegen Wetter.
Isolierter Koffer mit Kühlaggregat (Thermo King, Carrier) und ATP/FRC-Zulassung für Lebensmittel und Pharma, oft mit Trennwand für zwei Temperaturzonen. Das Aggregat hat eigene Betriebsstunden – gebraucht der wichtigste Preisfaktor neben dem Baujahr.
Stahl- oder Aluminium-Mulde mit Hydraulikzylinder für Schüttgut: Sand, Kies, Asphalt, Getreide, Schrott. Alu-Mulden sind leichter und bringen mehr Nutzlast, Stahlmulden vertragen Bauschutt und Schrott. Was Kipper unterscheidet, steht im Ratgeber Was ist ein Kipper?.
Offene Plattform für Baustoffe, Stahl, Maschinen; als Tieflader mit abgesenkter Ladefläche für Baumaschinen und hohe Lasten.
Tankauflieger (Mineralöl, Chemie, Lebensmittel), Siloauflieger (Zement, Mehl, Kunststoffgranulat), Containerchassis (20 bis 45 Fuß, oft ausziehbar), Walking-Floor (Schubboden für Holzhackschnitzel und Abfall), Autotransporter, Schwenkwand- und Getränkeauflieger, Tieftemperatur- und Pharmatrailer.
Die verbindlichen Werte stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I: Feld F.1 (technisch zulässige Gesamtmasse), Feld G (Leermasse), dazu die Achslasten und die Sattellast.
Sattelauflieger über 10 t zulässigem Gesamtgewicht brauchen jährlich die Hauptuntersuchung und zusätzlich die Sicherheitsprüfung (SP). Kühlauflieger brauchen das ATP-Zertifikat (alle sechs Jahre, dann alle drei Jahre), Tankauflieger die ADR-Prüfung. Für den Fahrer gilt Klasse CE. Die Lkw-Maut wird über die Zugmaschine abgerechnet, die Achszahl des Aufliegers fließt in den Mautsatz ein.
Drei Hersteller dominieren den europäischen Markt: Schmitz Cargobull (Marktführer, Curtainsider, Koffer, Kühler, Kipper), Krone (Curtainsider, Koffer, Kühler, Wechselbrücken) und Kögel (Curtainsider, Kipper, Koffer). Dazu Wielton (Polen, auch Fruehauf und Langendorf), Schwarzmüller und Kässbohrer (Kipper, Tank, Silo), Lamberet und Chereau (Kühlauflieger), Fliegl, Humbaur, Feldbinder und Spitzer (Silo), Menci und Carnehl (Kipper), Goldhofer, Faymonville und Nooteboom (Tieflader). Gebraucht am gefragtesten sind Schmitz-, Krone- und Kögel-Curtainsider aus Flottenabgängen im Alter von zwei bis sechs Jahren.
Auflieger haben keinen Motor und keine Abgasnorm, altern deshalb langsamer als Zugmaschinen und werden europaweit gehandelt – der Gebrauchtmarkt ist größer und liquider als bei jedem Lkw-Typ. Wertbestimmend sind Hersteller, Baujahr, Aufbauart (Kühler und Kipper halten den Wert am besten, Standard-Curtainsider sind am liquidesten), Achsen und Bremsen, Reifen, Zustand von Plane oder Koffer, bei Kühlern das Aggregat, und der Prüfstatus (HU, SP, ATP). Export-Käufer in Osteuropa, im Nahen Osten und in Nordafrika nehmen auch ältere Einheiten; welche Regeln dort gelten, steht im Ratgeber Gebrauchte Lkw exportieren. Eine konkrete Zahl für Ihren Auflieger liefert die kostenlose Bewertung auf Basis realer Verkäufe; danach bieten geprüfte Händler aus über 34 Ländern verbindlich – Auflieger verkaufen mit truckoo.
Der Sattelauflieger hat keine Vorderachse und liegt mit dem Königszapfen auf der Sattelkupplung der Zugmaschine auf; ein Teil seines Gewichts lastet auf der Zugmaschine. Ein Anhänger hat eine eigene Vorderachse oder Deichsel und wird an die Anhängerkupplung eines Motorwagens gehängt.
Standardauflieger haben 13,6 m Ladelänge; der komplette Sattelzug darf in Deutschland 16,5 m lang, 2,55 m breit (Kühler 2,6 m) und 4 m hoch sein.
33 Europaletten (1.200 × 800 mm) auf einer Ebene, mit Doppelstock-Ausrüstung bis zu 66; Industriepaletten (1.200 × 1.000 mm) 26 Stück.
Im 40-t-Sattelzug praktisch 24 bis 27 t, je nach Leergewicht von Zugmaschine und Auflieger. Das zulässige Gesamtgewicht des Aufliegers selbst liegt meist bei 35 bis 39 t, wird im Zug aber nie ausgeschöpft.
Schmitz Cargobull, Krone und Kögel bei Curtainsidern und Koffern, Schmitz und Lamberet bei Kühlern, Schmitz, Kögel, Schwarzmüller und Kässbohrer bei Kippern – wegen Ersatzteilversorgung, Achsqualität und Nachfrage im Export.
Mehr Praxiswissen rund um Verkauf, Bewertung und Unterlagen.
Fahrzeugschein, Kilometerstand und Fotos genügen. Geprüfte Händler bieten verbindlich, Sie entscheiden – kostenlos und mit truckoo als Vertragspartner.