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Ladekran am Lkw: Hubmoment, Klassen und Hersteller
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Ladekran am Lkw: Hubmoment, Klassen und Hersteller

Lkw-Ladekran: Hubmoment in Metertonnen, Größenklassen und Reichweiten, Knickarm oder Teleskop, Nutzlastverlust, Prüfpflicht, Hersteller und Gebraucht-Check.

Ein Ladekran macht den Lkw unabhängig: Gerüst, Paletten, Fertigteile, Container oder Maschinen lassen sich ohne Stapler und ohne Kran auf der Baustelle abladen. Hinter der Kabine montiert, faltet er sich für die Fahrt zusammen und reicht ausgefahren je nach Größe 8 bis über 30 m weit. Welche Bauarten und Größenklassen es gibt, was Hubmoment und Tragkraft bedeuten, wie viel Nutzlast der Kran kostet, wer sie baut und worauf es beim Kauf und Verkauf gebrauchter Ladekrane ankommt.

Was ist ein Ladekran?

Ein Ladekran (Lkw-Kran, Mitnahmestapler-Alternative, englisch loader crane oder knuckle boom crane) ist ein hydraulischer Knickarmkran auf einem Lkw-Fahrgestell, der zum Be- und Entladen des eigenen Fahrzeugs dient. Er besteht aus Säule, Hauptarm, Knickarm und teleskopierbaren Schüben, steht auf ausfahrbaren Stützen und wird über einen Nebenabtrieb am Getriebe mit Hydraulikdruck versorgt. Bedient wird er über Kreuzhebel am Fahrzeug oder – heute Standard – per Funkfernbedienung, mit der der Fahrer die Last im Blick behält.

Vom Autokran unterscheidet ihn der Zweck: Der Autokran ist eine Arbeitsmaschine, deren einziger Sinn das Heben ist. Der Ladekran ist ein Anbaugerät an einem Transportfahrzeug – er ergänzt die Ladefläche, statt sie zu ersetzen. Typische Träger sind Pritschenwagen, Baustoff-Lkw, Kipper und Absetzkipper.

Hubmoment: die entscheidende Kennzahl

Die Größe eines Ladekrans wird nicht in Tonnen angegeben, sondern in Metertonnen (mt) Hubmoment – dem Produkt aus Last und Ausladung. Ein Kran mit 15 mt hebt rechnerisch 15 t auf 1 m, 5 t auf 3 m oder 1,5 t auf 10 m; in der Praxis liegen die Werte wegen des Eigengewichts der Ausschübe darunter. Die verbindlichen Zahlen stehen im Lastdiagramm des Herstellers, das am Kran angebracht sein muss.

  • Bis 10 mt: leichte Krane für Transporter und 7,5- bis 12-Tonner, Reichweite 6 bis 10 m. Für Baustoffe, Gerüst, Gartenbau.
  • 10 bis 25 mt: die Standardklasse auf 18- bis 26-Tonnern, Reichweite 10 bis 18 m. Baustoffhandel, Zimmerei, Dachdecker, Fertigteile.
  • 25 bis 60 mt: schwere Krane auf 32-t-Vierachsern und Sattelzügen, Reichweite 18 bis 26 m, oft mit Jib (Zusatzarm) und Seilwinde.
  • Über 60 mt: Schwerlast-Ladekrane bis über 200 mt mit Reichweiten von mehr als 30 m, meist auf 5-Achsern – die Grenze zum Autokran.

Bauarten und Ausstattung

Knickarmkran

Die übliche Bauart: Haupt- und Knickarm falten sich hinter der Kabine zusammen, wenig Bauhöhe in Fahrstellung, gute Reichweite nach oben und hinten.

Teleskopkran (Stabkran)

Gerader, mehrfach teleskopierbarer Ausleger ohne Knick – einfacher, robuster und günstiger, dafür weniger beweglich. Verbreitet bei Abschleppfahrzeugen und im Stahlhandel.

Heckkran

Montage am Fahrzeugheck statt hinter der Kabine. Vorteil: freie Ladefläche und bessere Sicht beim Beladen; Nachteil: Der Kran belastet die Hinterachse und schließt eine Ladebordwand aus.

Anbaugeräte

Greifer für Holz, Schrott und Schüttgut, Ziegel- und Palettengabeln, Seilwinde, Arbeitskorb (nur mit dafür zugelassenem Kran und Personenaufnahme), Vakuumheber für Glas und Platten, Betonkübel. Jedes Anbaugerät verändert Eigengewicht und Lastdiagramm.

Stützen

Vier- oder Sechspunktabstützung, hydraulisch oder manuell ausschwenkbar. Die Abstützbreite bestimmt, wie viel seitlich gehoben werden darf – moderne Krane überwachen die Stützenstellung elektronisch und begrenzen die Last entsprechend.

Was der Kran an Nutzlast kostet

Ein Ladekran wiegt je nach Klasse 1,5 bis 5 t, bei Schwerlastkranen mehr – und dieses Gewicht geht vollständig von der Nutzlast ab. Ein 26-Tonner mit 20-mt-Kran lädt damit statt 15 bis 16 t nur noch rund 11 bis 13 t. Dazu kommt die Achslastverteilung: Ein Kran hinter der Kabine belastet vor allem die Vorderachse, ein Heckkran die Hinterachse. Beides muss zum Fahrgestell passen und wird bei der Montage berechnet. Ändern sich Leergewicht oder Abmessungen, ist eine Änderungsabnahme mit Eintragung in die Zulassungsbescheinigung nötig.

Hersteller

Palfinger (Österreich) führt den Weltmarkt an, gefolgt von Hiab (Finnland, Marke Hiab und Loglift/Jonsered für Forst), Fassi (Italien), Effer, PM Group, Amco Veba, Cormach, Atlas und HMF (Dänemark); im Forstbereich zusätzlich Epsilon (Palfinger), Penz und Kesla. Bei Gebrauchtfahrzeugen sind Palfinger, Hiab und Fassi am häufigsten – mit dem dichtesten Service- und Ersatzteilnetz in Europa und der besten Nachfrage im Export.

Prüfungen und Pflichten

  • Jährliche Prüfung: Ladekrane sind Hebezeuge und müssen mindestens einmal jährlich von einer befähigten Person geprüft werden (DGUV Vorschrift 52 „Krane" und DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge" in Verbindung mit der Betriebssicherheitsverordnung). Der Nachweis steht im Kranprüfbuch – ohne lückenloses Prüfbuch ist ein gebrauchter Kran deutlich weniger wert.
  • Wiederkehrende Prüfung durch Sachverständige: Bei Kranen mit größerem Hubmoment und nach Betriebsjahren oder Lastspielen sind zusätzliche Prüfungen durch Sachverständige vorgesehen; die Hersteller geben dafür Intervalle vor.
  • Anschlagmittel: Ketten, Seile und Schlingen sind eigenständige Arbeitsmittel mit eigener jährlicher Prüfpflicht.
  • Befähigung des Bedieners: Kranführer müssen für Ladekrane unterwiesen und schriftlich beauftragt sein; für Arbeitskörbe gelten zusätzliche Anforderungen.
  • Fahrzeug: HU und SP jährlich, Führerschein C bzw. CE, im gewerblichen Güterverkehr Schlüsselzahl 95.
  • Aufstellung: Standsicherheit, Abstand zu Freileitungen und Baugruben, Unterbau der Stützen – die häufigste Unfallursache ist eine einsinkende Stütze.

Gebrauchter Ladekran: Worauf achten?

  • Funktionstest unter Last: Heben, Senken, Schwenken, Teleskopieren, Knicken – ruckfrei und ohne Absinken der Last; Absinken deutet auf undichte Zylinder oder Lasthalteventile.
  • Zylinder und Hydraulik: Kolbenstangen auf Riefen und Korrosion, Schläuche und Verschraubungen auf Leckagen, Ölzustand, Pumpe und Nebenabtrieb auf Geräusche.
  • Struktur: Risse an Säule, Armlagern, Knickgelenk und Stützkästen – besonders an Schweißnähten und überlackierten Stellen; Spiel in Bolzen und Buchsen; Verschleiß der Gleitstücke im Teleskop.
  • Elektronik: Lastmomentbegrenzer, Stützenüberwachung, Funkfernbedienung und Ersatzsender, Fehlerspeicher.
  • Prüfbuch: Datum der letzten Prüfung, lückenlose Historie, Sachverständigenprüfungen, Reparaturnachweise, Lastdiagramm und Betriebsanleitung vorhanden.
  • Fahrgestell und Aufbau: Hilfsrahmen und Kranabstützung auf Risse, Zustand der Pritsche oder des Kipperaufbaus, Achslasten mit montiertem Kran.

Restwert: Was ist ein gebrauchter Ladekran wert?

Ein funktionierender, geprüfter Ladekran hebt den Preis eines Lkw erheblich – oft um mehr, als ein vergleichbares Fahrzeug ohne Kran insgesamt kostet, weil Nachrüstung und Änderungsabnahme teuer sind und Baustoffhandel, Gerüstbau und Kommunen ohne Kran nicht arbeiten können. Umgekehrt wirkt ein defekter oder ungeprüfter Kran als Abschlag: Käufer rechnen Reparatur, Prüfung und Standzeit ein. Wertbestimmend sind Hersteller, Hubmoment, Baujahr und Betriebsstunden des Krans, Anzahl der Schübe, Funkfernbedienung, Anbaugeräte, struktureller Zustand und das Kranprüfbuch. Im Export sind Palfinger und Hiab die gesuchtesten Marken; welche Altersgrenzen dort gelten, steht im Ratgeber Gebrauchte Lkw exportieren. Welche Unterlagen der Verkauf braucht – inklusive Kranprüfbuch – steht im Ratgeber wichtige Dokumente für den Lkw-Verkauf. Eine konkrete Zahl für Ihr Fahrzeug liefert die kostenlose Bewertung auf Basis realer Verkäufe; danach bieten geprüfte Händler aus über 34 Ländern verbindlich – Lkw mit Ladekran verkaufen mit truckoo.

Häufige Fragen zum Ladekran

Was bedeutet Metertonne beim Ladekran?

Die Metertonne (mt) ist das Hubmoment aus Last mal Ausladung. Ein 15-mt-Kran hebt rechnerisch 15 t auf 1 m oder 1,5 t auf 10 m; verbindlich ist immer das Lastdiagramm des Herstellers am Kran.

Wie viel kann ein Lkw-Ladekran heben?

Das hängt von Hubmoment und Ausladung ab. Ein 20-mt-Kran auf einem 26-Tonner hebt nah am Fahrzeug mehrere Tonnen, auf 12 m Ausladung meist noch etwa 1,2 bis 1,5 t.

Muss ein Ladekran geprüft werden?

Ja, mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person nach den Unfallverhütungsvorschriften, dokumentiert im Kranprüfbuch; dazu kommen wiederkehrende Prüfungen durch Sachverständige nach Betriebsjahren oder Lastspielen und die jährliche Prüfung der Anschlagmittel.

Wie viel Nutzlast kostet ein Ladekran?

Je nach Klasse 1,5 bis 5 t. Ein 26-Tonner mit 20-mt-Kran lädt statt rund 15 t nur noch etwa 11 bis 13 t.

Kann man einen Ladekran nachrüsten?

Ja, sofern Rahmen, Achslasten, Nebenabtrieb und Hydraulik passen. Da sich Leergewicht und meist auch die Abmessungen ändern, sind eine Änderungsabnahme und die Eintragung in die Zulassungsbescheinigung erforderlich.

Welche Ladekran-Hersteller sind gebraucht am gefragtesten?

Palfinger, Hiab und Fassi – wegen Ersatzteilversorgung, Servicenetz und stabiler Nachfrage im Export; im Forstbereich zusätzlich Epsilon und Loglift.

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Gabriel Böhm

Gabriel Böhm ist Geschäftsführer der truckoo GmbH, der digitalen Plattform, die den Handel mit Nutzfahrzeugen in Europa neu definiert. Mit Leidenschaft für Innovation und Effizienz gestaltet er die strategische Ausrichtung und treibt operative Exzellenz voran, um Verkäufer und Käufer smarter, schneller und transparenter zu verbinden.

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