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Absetzkipper: Bauarten, Mulden, Nutzlast und Hersteller
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Absetzkipper: Bauarten, Mulden, Nutzlast und Hersteller

Absetzkipper erklärt: Teleskop- und Knickarm, Mulden nach DIN 30720, Nutzlast je Klasse, Unterschied zum Abrollkipper, Hersteller, Prüfpflicht, Gebraucht-Check.

Der Absetzkipper ist das Fahrzeug hinter der klassischen Baustellenmulde: Zwei Teleskoparme heben den Container über das Heck, setzen ihn ab, holen ihn voll wieder ab und kippen ihn an der Deponie – alles vom Fahrersitz oder per Funk. Deshalb ist er bei Containerdiensten, Entsorgern, Bauunternehmen und Kommunen das meistgenutzte Wechselladerfahrzeug für kurze Wege. Welche Bauarten es gibt, welche Mulden passen, wie viel er trägt, worin er sich vom Abrollkipper unterscheidet, wer ihn baut und worauf beim Kauf und Verkauf gebrauchter Absetzkipper zu achten ist.

Was ist ein Absetzkipper?

Ein Absetzkipper (Absetzkipperfahrzeug, Muldenkipper-Wechsellader, englisch skip loader) ist ein Lkw mit zwei hydraulischen Teleskoparmen hinter der Kabine, die über Ketten an den Bügeln eines Absetzcontainers angreifen. Die Arme schwenken die Mulde über das Heck auf die Straße oder zurück auf den Rahmen; zum Entleeren wird die Mulde am Aufbau verriegelt und nach hinten gekippt. Die Behälter sind genormt: Absetzcontainer (Absetzmulden) nach DIN 30720 mit Volumen von etwa 3 bis 10 m³, offen, mit Deckel, mit Türen oder als Pendelklappenmulde, in Ausführungen für Bauschutt, Erdaushub, Sperrmüll, Gewerbeabfall, Grünschnitt und Schrott.

Bauarten

Teleskoparm-Absetzkipper

Die Standardbauart: Die Arme lassen sich ausfahren, dadurch größere Reichweite über das Heck hinaus und das Absetzen der Mulde auch hinter Hindernissen oder in Einfahrten. Kettenlänge und Armgeometrie bestimmen, welche Muldengrößen und -höhen aufgenommen werden können.

Knickarm-Absetzkipper

Gelenkarme statt Teleskop: niedrigere Bauhöhe in Fahrstellung, wichtig für Tiefgaragen, Hallen und Unterführungen. Geringere Reichweite, dafür kompakter und leichter.

Absetzkipper mit Anhänger

Ein Muldenanhänger (typisch Hüffermann) nimmt zwei bis vier weitere Mulden auf, die das Fahrzeug selbst umsetzt. So fährt ein Lkw drei oder vier Container auf einer Tour – Standard bei größeren Containerdiensten. Führerschein CE, Gesamtzuggewicht bis 40 t.

Sonderausstattung

Funkfernbedienung, hydraulische Deckelöffnung, Muldenschnellwechsel, Stützfüße für schwere Lasten, Wiegeeinrichtung, Zentralschmierung, Abdecksystem (Netz oder Plane) für die Ladungssicherung offener Mulden.

Absetzkipper oder Abrollkipper?

Der Absetzkipper hebt kleinere Mulden (3 bis 10 m³) seitlich und über das Heck, braucht wenig Platz hinter dem Fahrzeug und ist ideal für innerstädtische Baustellen, Privatkunden und kurze Wege. Der Abrollkipper zieht große Container (10 bis 40 m³) über einen Haken längs auf den Rahmen, trägt mehr, kippt schwerer und läuft eher auf langen Strecken und bei Industriekunden. Viele Entsorger fahren beides; wer nur ein Fahrzeug hat, entscheidet nach Muldengröße und Einsatzradius. Wie sich Kipper insgesamt unterscheiden, steht im Ratgeber Was ist ein Kipper?.

Fahrzeugklassen und Nutzlast

  • 7,5-Tonner bis 12-Tonner: leichte Absetzkipper für Mulden bis etwa 5 m³, Nutzlast rund 3 bis 6 t; bis 7,5 t mit Führerschein C1 fahrbar. Für Kommunen und kleine Betriebe.
  • 2-Achser 18 t: die meistgehandelte Klasse, Hubkraft der Arme 10 bis 14 t, Mulden bis 10 m³, Nutzlast rund 8 bis 10 t. Typisch: Mercedes-Benz Atego und Arocs, MAN TGM und TGS, DAF LF und CF, Iveco Eurocargo, Volvo FL und FM, Renault D und C, Scania P.
  • 3-Achser 26 t: Hubkraft 14 bis 18 t, Nutzlast rund 13 bis 15 t, meist 6x2 mit Lenk- oder Liftachse; für schwere Mulden mit Bauschutt und Erdaushub oder für den Betrieb mit Anhänger.

Der Absetzaufbau wiegt 1,5 bis 2,5 t und geht von der Nutzlast ab. Die verbindlichen Werte stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld F.1 minus Feld G). Wichtig: Eine 10-m³-Mulde mit nassem Erdaushub wiegt über 15 t – das trägt kein 18-Tonner legal. Deshalb fahren Bauschutt und Erde in kleinen Mulden, Sperrmüll und Grünschnitt in großen.

Hersteller

Meiller (Deutschland, Marktführer mit der AK-Baureihe), Palfinger, Hyva, Gergen, Meier-Ratio, Sträter und Multilift; Anhänger von Hüffermann. Die Fahrgestelle kommen von allen großen Lkw-Herstellern, gebraucht am häufigsten Mercedes-Benz Atego und Arocs sowie MAN TGM und TGS. Bei Gebrauchtfahrzeugen zählen Meiller- und Palfinger-Aufbauten wegen Ersatzteilversorgung und Bekanntheit im Export am meisten.

Prüfungen und Pflichten

  • Jährliche Prüfung: Der Absetzaufbau ist eine Wechselladereinrichtung und muss nach den Unfallverhütungsvorschriften (DGUV Vorschrift 70 „Fahrzeuge“ in Verbindung mit der Betriebssicherheitsverordnung) mindestens einmal jährlich von einer befähigten Person geprüft werden – Nachweis im Prüfbuch, Plakette am Aufbau. Ketten und Haken sind Anschlagmittel und gehören dazu.
  • Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung: Wie bei jedem Lkw über 7,5 t jährlich HU plus SP.
  • Führerschein: bis 7,5 t C1, darüber C, mit Anhänger CE; im gewerblichen Güterverkehr Schlüsselzahl 95.
  • Ladungssicherung: Mulden müssen verriegelt sein; offene Mulden sind bei Leichtgut und Staub abzudecken.
  • Muldenabstellung: Mulden auf öffentlichen Straßen brauchen eine Sondernutzungserlaubnis der Kommune und nachts Beleuchtung oder Reflektoren – Sache des Containerdienstes, nicht des Fahrzeugs, aber Alltag im Betrieb.

Gebrauchter Absetzkipper: Worauf achten?

  • Arme und Ketten: Funktionstest mit Mulde: Aufnehmen, Absetzen, Kippen, Teleskopieren; Spiel in den Armlagern, Verbiegungen, Risse an den Armen und Kettenaufnahmen; Ketten und Haken auf Verschleiß und Prüfplakette.
  • Hydraulik: Zylinder und Schläuche dicht, Pumpe und Nebenabtrieb ohne Geräusche, Hubgeschwindigkeit unter Last, Ölzustand.
  • Hilfsrahmen und Verriegelung: Risse an Hilfsrahmen und Kipplagern, Zustand der Muldenverriegelung – die Stelle, an der Mulden bei schlechter Wartung vom Fahrzeug rutschen.
  • Fahrgestell: Kilometer und Betriebsstunden, Kupplung, Bremsen, Reifen, Federung (Blattfedern hinten bei Bau-Einsatz), Rost an Querträgern.
  • Elektrik und Bedienung: Funkfernbedienung, Kabinenbedienung, Warnleuchten.
  • Papiere: Zulassungsbescheinigung Teil I und II, HU und SP, Prüfbuch des Aufbaus, Betriebsanleitung, Wartungsnachweise. Welche Unterlagen der Verkauf sonst braucht, steht im Ratgeber wichtige Dokumente für den Lkw-Verkauf.

Restwert: Was ist ein gebrauchter Absetzkipper wert?

Absetzkipper halten ihren Wert gut: Sie werden von Bauunternehmen und Entsorgern ständig gesucht, sind robust und im Export – Osteuropa, Balkan, Nahost, Nordafrika – auch mit 12 bis 15 Jahren gefragt, solange Arme, Hydraulik und Rahmen in Ordnung sind. Wertbestimmend sind Hersteller und Hubkraft des Aufbaus, Fahrgestell und Achszahl, Kilometer und Betriebsstunden, Rahmenzustand, Abgasnorm und Prüfstatus; Fahrzeuge mit Funkfernbedienung und Anhängerkupplung erzielen mehr. Welche Altersgrenzen in den Zielländern gelten, steht im Ratgeber Gebrauchte Lkw exportieren. Eine konkrete Zahl für Ihr Fahrzeug liefert die kostenlose Bewertung auf Basis realer Verkäufe; danach bieten geprüfte Händler aus über 34 Ländern verbindlich – Absetzkipper verkaufen mit truckoo.

Häufige Fragen zum Absetzkipper

Was ist der Unterschied zwischen Absetzkipper und Abrollkipper?

Der Absetzkipper hebt Mulden von 3 bis 10 m³ mit zwei Teleskoparmen und Ketten über das Heck; der Abrollkipper zieht Container von 10 bis 40 m³ über einen Haken längs auf den Rahmen. Absetzkipper sind wendiger und für kurze Wege, Abrollkipper für große Volumen und lange Strecken.

Wie viel Tonnen kann ein Absetzkipper laden?

2-Achser mit 18 t rund 8 bis 10 t, 3-Achser mit 26 t rund 13 bis 15 t Nutzlast; leichte Absetzkipper bis 12 t etwa 3 bis 6 t. Der genaue Wert steht in der Zulassungsbescheinigung.

Welche Mulden passen auf einen Absetzkipper?

Absetzcontainer nach DIN 30720 mit 3 bis 10 m³ – offen, mit Deckel, mit Türen oder als Pendelklappenmulde. Entscheidend sind Muldenbreite, Bügelabstand und das Gewicht der vollen Mulde im Verhältnis zur Hubkraft der Arme.

Welchen Führerschein braucht man für einen Absetzkipper?

Bis 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht Klasse C1, darüber Klasse C, mit Muldenanhänger CE; im gewerblichen Einsatz zusätzlich die Schlüsselzahl 95.

Muss der Absetzaufbau geprüft werden?

Ja, mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person nach den Unfallverhütungsvorschriften, inklusive Ketten und Haken, dokumentiert im Prüfbuch – zusätzlich zur HU und SP des Fahrzeugs.

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Gabriel Böhm

Gabriel Böhm ist Geschäftsführer der truckoo GmbH, der digitalen Plattform, die den Handel mit Nutzfahrzeugen in Europa neu definiert. Mit Leidenschaft für Innovation und Effizienz gestaltet er die strategische Ausrichtung und treibt operative Exzellenz voran, um Verkäufer und Käufer smarter, schneller und transparenter zu verbinden.

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