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Insolvenz - Möglichkeiten des Verkaufs von Nutzfahrzeugen
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Insolvenz - Möglichkeiten des Verkaufs von Nutzfahrzeugen

Unterschiedliche Effekte kommen derzeit zusammen und setzen die Logistikbranche wirtschaftlich unter Druck. Nicht alle sind darauf vorbereitet, und man geht davon aus, dass 10 % der in Deutschland ansässigen Speditionen Insolvenz anmelden müssen. Das stellt auch Insolvenzverwalterinnen und -verwalter vor die Herausforderung, Nutzfahrzeuge und Fuhrparks zu veräußern. Was zu beachten ist und welche Anbieter Hilfestellung leisten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Viele Unternehmen haben Ihre Rücklagen aufgebraucht

Unterschiedliche Effekte kommen derzeit zusammen und setzen die Logistikbranche wirtschaftlich unter Druck. Nach dem Krisenmodus während Corona, in dem viele Unternehmen ihre Rücklagen aufgebraucht haben, kommen jetzt die gestiegenen Dieselpreise wodurch Unternehmen mit zehn Prozent an Mehrkosten rechnen. Ein Rechenbeispiel - 60 LKW und fast vier Millionen zurückgelegte Kilometer im Jahr machen schon bei einem Cent Preisunterschied am Ende eine vierstellige Summe aus. Und bei den derzeitigen Preisen ist diese Summe nochmal um ein Vielfaches höher - ganz konkret ergeben sich derzeit pro LKW und Monat zusätzliche Tankkosten in Höhe von 2.000 Euro. Auf dieses Ausmaß sind Unternehmen leider nicht vorbereitet und Schätzungen gehen davon aus, dass 10% der in Deutschland ansässigen Speditionen Insolvenz anmelden müssen. Dies stellt entsprechend auch die damit beauftragten Personen - Insolvenzverwalter und -verwalterinnen - vor die Herausforderung Nutzfahrzeuge und Fuhrparks zu veräußern.

Das typische Dilemma für Insolvenzverwalter - Preis vs. Wert

Das Insolvenzverfahren ist ein Gesamtvollstreckungsverfahren mit dem Ziel der bestmöglichen Gläubigerbefriedigung. Mit nicht realisierten Werten lassen sich keine Forderungen erfüllen. Insolvenzrechtlich relevant sollte also eigentlich der zu erzielende Preis, nicht aber der Wert sein. Die Insolvenzordnung zielt aber auf den Wert ab. Wie können also Differenzen zwischen Wert und realisierten Kaufpreis maximal verringert werden, so dass möglichst viele Gläubigerforderungen bedient werden können?


LKW verkaufen als Insolvenzverwalter - was sind die Optionen?

Vor der dem Hintergrund der laufenden Kosten für die Fahrzeuge, muss die Abwicklung einer Insolvenz mitunter schnell gehen. Hierbei sprechen wir von Mietkosten, aber auch Stand- und Sicherungsgebühren. Gleichzeitig geht es aber auch darum die Fahrzeuge mit maximalem Werterhalt zu veräußern, um die Forderungen seitens der Gläubiger bestmöglich zu bedienen, im Zweifelsfall aber auch Teilerlöse zu nutzen und eine Weiterführung des Betriebs zu ermöglichen. Die erste Adresse für Insolvenzverwalter sind bisher meistens Auktionsplattformen. Die digitalisierte Variante der herkömmlichen Auto-Auktion. Man inseriert online und koordiniert meistens noch eine Besichtigung physisch vor Ort mit potentiellen Käufern. Danach kommt es zur Gebotsabgabe mit einem eventuellen Kauf am Stichtag oder über einen Bietagent. Ein weitere Möglichkeit ist der Verkauf über transaktionale Nutzfahrzeugplattformen. Anders als Werbeportale sind diese auch transaktional, das heißt der Verkauf findet auch digital über die Plattform statt. Die Spezialisierung auf das Nutzfahrzeugsegment bietet Verkäufern dabei ein höheres Potential einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Im Gegensatz zu Auktionsplattformen existiert die Möglichkeit als Verkäufer einfach und digital nachzuverhandeln. Allein die Tatsache, dass Fahrzeuge nicht auktioniert werden, hat schon einen entscheidenden psychologischen Einfluss auf die Bietenden. Es geht nicht nur darum ein Schnäppchen zu schlagen, sondern einen fairen Marktpreis als Verkäufer zu erzielen. Weitere wichtige Aspekte sind in der folgenden Checkliste aufgeführt.

Welche Punkte sollten bei der Wahl der Verkaufsplattform beachtet werden

Insolvenzverwalter sind nicht nur mit der Veräußerung der Unternehmenswerte beschäftigt. Ein großer Teil ist auch für Gespräche mit Gläubigern, dem Gericht aufzubringen und beispielsweise auch zu klären, ob und wie eine Weiterführung des Betriebs des Schuldners möglich ist. Entsprechend sind folgende fünf Punkte bei der Wahl des Partners und / oder der Verkaufsplattform zu berücksichtigen.

  1. Größe des potentiellen Händlerkreises und Relevanz Die Plattform sollte sich auf die relevante Produktkategorie spezialisiert haben und eine hohe Anzahl potentieller Käufer ansprechen. Eine hohe potentielle Nachfrage ermöglicht einen höheren Preis,bestenfalls über dem Wert, zu erzielen.
  2. Zeitaufwand für den VerkäuferEs gilt natürlich zu verstehen inwieweit der Anbieter den eigenen zeitlichen Aufwand der Vermarktung auf das Minimum begrenzt. Dies betrifft die Inserierung der Fahrzeuge, das Kontaktieren von potentiellen Aufkäufern und die anschließende Abwicklung.
  3. Kosten für den VerkaufHierbei arbeiten die meisten Plattformen auf Kommissionsbasis, die an den Verkäufer gerichtet ist. Die Kommission kann je nach Anbieter im zweistelligen Prozentbereich liegen, was den erzielbaren Wert erheblich senkt.
  4. Formale StandardsDer Prozess muss natürlich den formalen Richtlinien entsprechen. Das bedeutet beispielsweise, dass eine gewissen Anzahl von Geboten auf ein Fahrzeug vorliegen sollte, um den realistischen Marktpreis zu verstehen.
  5. Transparente Darstellung FahrzeugzustandEssentiell ist die saubere Darstellung des Fahrzeugzustands. Das bedeutet die Aufnahme der technischen Parameter und den Gebrauchszustand. Beides in einem Umfang und Detailgrad, dass Nachfragen und physische Begutachtungen vor Ort entfallen können. Nur so kann auch ein Kauf aus der Ferne funktionieren und ein schneller Verkauf möglich gemacht werden.
  6. InternationalitätDie meisten gebrauchten Nutzfahrzeuge aus dem deutschen Markt haben Ihr Zweitleben im Ausland. Das bedeutet zwangsläufig, dass die Käufer eine andere Sprache sprechen. Spezialisierte Plattformen unterstützen mehr als 14 Sprachen um den Fahrzeugzustand auch im Ausland les- und verstehbar zu machen.
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Gabriel Böhm

Gabriel Böhm ist Director Strategy and Operations bei truckoo, der digitalen Plattform, die den Handel mit Nutzfahrzeugen in Europa neu definiert. Mit Leidenschaft für Innovation und Effizienz gestaltet er die strategische Ausrichtung und treibt operative Exzellenz voran, um Verkäufer und Käufer smarter, schneller und transparenter zu verbinden.

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