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Mautbefreiung für E-Lkw: Was bis 2031 gilt und was danach kommt
Mautbefreiung für E-Lkw: Was bis 2031 gilt und was danach kommt
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Mautbefreiung für E-Lkw: Was bis 2031 gilt und was danach kommt

Emissionsfreie Lkw fahren in Deutschland bis 30. Juni 2031 mautfrei. Was die Befreiung pro Jahr wert ist, für welche Fahrzeuge sie gilt, was ab Juli 2031 zu erwarten ist – und wie es in Österreich, Frankreich, Italien und Spanien aussieht.

Die Lkw-Maut ist in Deutschland der größte einzelne Grund, warum sich ein Elektro-Lkw heute rechnet. Ein Euro-VI-Diesel zahlt auf mautpflichtigen Strecken 34,8 ct je Kilometer, ein emissionsfreier Lkw null – bis zum 30. Juni 2031. Was die Befreiung konkret wert ist, wer sie bekommt und warum das Datum 2031 in jede Kalkulation gehört.

Die Regel in einem Satz

Emissionsfreie Lkw – batterieelektrisch oder mit Wasserstoff-Brennstoffzelle – sind in Deutschland bis einschließlich 30. Juni 2031 von der Lkw-Maut befreit. Rechtsgrundlage ist die Ende 2025 verabschiedete Änderung der mautrechtlichen Vorschriften. Die Befreiung gilt auf Autobahnen und Bundesstraßen und für alle Gewichtsklassen, die der Mautpflicht unterliegen – seit Juli 2024 also bereits ab 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse.

Was die Befreiung wert ist

Ein Euro-VI-Sattelzug zahlt derzeit 34,8 ct/km, davon 15,8 ct CO₂-Aufschlag, der seit Dezember 2023 erhoben wird. Die Rechnung ist einfach:

  • 80.000 mautpflichtige km: rund 27.800 Euro pro Jahr
  • 100.000 mautpflichtige km: rund 34.800 Euro pro Jahr
  • 120.000 mautpflichtige km: rund 41.800 Euro pro Jahr

Über fünf Jahre Haltedauer sind das bei 100.000 mautpflichtigen Kilometern rund 174.000 Euro – mehr als die Hälfte des Preisunterschieds zwischen einer Diesel- und einer Elektro-Sattelzugmaschine. Dazu kommt die Energiedifferenz: am Depot geladen rund 26 Euro je 100 km gegenüber rund 57 Euro Diesel.

Die Frage, die jeder stellen sollte: Was passiert ab Juli 2031?

Die Befreiung ist befristet. Nach dem 30. Juni 2031 sollen emissionsfreie Lkw nach aktuellem Stand einen reduzierten Satz zahlen; wie hoch er ausfällt, ist noch nicht abschließend festgelegt. Der TCO-Rechner setzt ab dem Stichtag standardmäßig 25 Prozent des Dieselsatzes an – der Wert ist einstellbar.

Das hat zwei praktische Folgen:

  1. Der Kaufzeitpunkt zählt. Ein Fahrzeug, das Anfang 2027 in Betrieb geht, fährt viereinhalb Jahre mautfrei; eines ab Anfang 2030 nur anderthalb. Bei 100.000 mautpflichtigen Kilometern sind das rund 104.000 Euro Unterschied.
  2. Die Haltedauer zählt. Wer mit sieben Jahren rechnet, muss die Jahre nach 2031 mit Maut kalkulieren. Wer ein Fahrzeug bis Mitte 2031 verkauft, nimmt die Befreiung vollständig mit.

Wie es in anderen Ländern aussieht

Die Mautbefreiung ist ein deutsches Argument. Wer grenzüberschreitend fährt oder Standorte im Ausland hat, rechnet anders:

  • Österreich: Die GO-Maut unterscheidet stark – rund 48,41 ct/km für einen Euro-VI-Diesel gegenüber 11,79 ct/km für emissionsfreie Fahrzeuge. Keine Befreiung, aber eine Differenz von über 36 ct je Kilometer. Details im Elektro-Lkw-Hub Österreich.
  • Frankreich: Die Autobahnkonzessionäre gewähren keinen Rabatt für emissionsfreie Lkw. Dafür gibt es eine CEE-Prämie von 107.000 Euro je Sattelzugmaschine über 26 t.
  • Italien: Kein Rabatt für Elektro; die Klasse 5 zahlt rund 18 bis 21 ct/km netto, gleich für Diesel und Elektro.
  • Spanien: Der Großteil des Netzes sind mautfreie Autovías; die Maut spielt in der Rechnung kaum eine Rolle.

In Deutschland spart ein E-Lkw also rund 35.000 Euro Maut pro Jahr, in Italien null. Deshalb unterscheiden sich die Amortisationszeiten zwischen den Märkten so stark – die Werte je Land stehen in den länderspezifischen Fassungen des Förder-Überblicks.

Was nicht unter die Befreiung fällt

  • Plug-in-Hybride und Diesel-Hybride: Sie sind nicht emissionsfrei und zahlen den regulären Satz ihrer Emissionsklasse.
  • Diesel mit E-Auflieger: Der elektrische Auflieger spart im Schnitt 40 Prozent Kraftstoff, ändert aber nichts an der Mauteinstufung der Zugmaschine.
  • Erdgas-Lkw (LNG/CNG): Die frühere Befreiung ist ausgelaufen; sie zahlen regulär.

Die Befreiung im Fahrzeugwert

Die Mautbefreiung wirkt nicht nur auf die Betriebskosten, sondern auf den Gebrauchtmarkt. Ein Elektro-Lkw, der 2029 verkauft wird, bringt dem Käufer noch zwei Jahre Mautfreiheit mit; einer, der 2031 verkauft wird, keine mehr. Umgekehrt steigt für Diesel-Lkw mit jeder CO₂-Stufe der Maut der Druck auf den Restwert. Wer den Wechsel plant, sollte den Verkaufszeitpunkt für den Diesel deshalb bewusst setzen. Was Ihr Fahrzeug heute wert ist, zeigt die kostenlose Bewertung auf Basis realer Verkäufe; anschließend bieten geprüfte Händler aus über 34 Ländern verbindlich – Nutzfahrzeug verkaufen mit truckoo.

Häufige Fragen zur Mautbefreiung für E-Lkw

Wie lange sind E-Lkw von der Maut befreit?

In Deutschland bis einschließlich 30. Juni 2031. Danach sollen emissionsfreie Lkw einen reduzierten Satz zahlen, dessen Höhe noch nicht abschließend festgelegt ist.

Wie viel Maut spart ein Elektro-Lkw pro Jahr?

Bei 100.000 mautpflichtigen Kilometern rund 34.800 Euro gegenüber einem Euro-VI-Diesel mit 34,8 ct/km. Bei 120.000 Kilometern rund 41.800 Euro.

Gilt die Befreiung auch für Wasserstoff-Lkw?

Ja. Befreit sind emissionsfreie Fahrzeuge – batterieelektrisch und mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Hybride und Erdgasfahrzeuge fallen nicht darunter.

Gilt die Befreiung auch für kleine E-Lkw ab 3,5 t?

Ja. Seit Juli 2024 sind Lkw bereits ab 3,5 t technisch zulässiger Gesamtmasse mautpflichtig; emissionsfreie Fahrzeuge dieser Klasse sind ebenso bis Mitte 2031 befreit.

Sind E-Lkw in Österreich auch mautfrei?

Nein, aber deutlich günstiger: Die GO-Maut liegt für emissionsfreie Fahrzeuge bei rund 11,79 ct/km gegenüber rund 48,41 ct/km für einen Euro-VI-Diesel.

Zählt ein Diesel mit E-Auflieger als emissionsfrei?

Nein. Mautrelevant ist die Zugmaschine. Der E-Auflieger spart Kraftstoff, aber keine Maut.

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Gabriel Böhm

Gabriel Böhm ist Geschäftsführer der truckoo GmbH, der digitalen Plattform, die den Handel mit Nutzfahrzeugen in Europa neu definiert. Mit Leidenschaft für Innovation und Effizienz gestaltet er die strategische Ausrichtung und treibt operative Exzellenz voran, um Verkäufer und Käufer smarter, schneller und transparenter zu verbinden.

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