Das Netz in Zahlen
- 2 Lkw-Ladeparks in Betrieb (Stand Herbst 2025): Rastplatz Roggendorf (A1 Westautobahn) und Truckstop Hausruck (A8 Innkreisautobahn); 44 Rastplätze mit Pkw-Laden.
- 60 ASFINAG-Rastplätze werden bis 2030 mit E-Ladeinfrastruktur ausgestattet, jeweils mindestens 8 Schnelllader für Pkw plus Lkw-Laden; Konzessionsverfahren seit April 2026, Inbetriebnahme der neuen Standorte spätestens 2027.
- 21 Rastplätze mit Megawatt-Laden (MCS) und Nachtladen für schwere Lkw in der ersten Ausschreibung.
- 1.300 Lkw-Ladepunkte bis 2035 als Ziel; über 200 Mio. € ASFINAG-Investition bis 2030, Konzessionäre investieren vergleichbar.
- AFIR: ab 2030 alle 60 km ein Lkw-Ladestandort auf dem TEN-T-Kernnetz (A1, A2, A4, A8, A12/A13 Brenner) – Österreich liegt als Transitland im Fokus.
- Grenznah: Milence- und Aral-pulse-Standorte in Bayern (A3/A8/A93), Milence in Italien (Brenner-Achse) und Slowenien – für Transitverkehre einplanen.
Was Laden kostet (ct/kWh netto)
- Depot, nachts, Gewerbetarif: 18–24 – der Standard, 80–90 % aller kWh.
- Depot mit dynamischem Tarif und Lastmanagement: 12–16 – Börse (EXAA) 8–10 ct plus Netzentgelte; lohnt ab ~5 Fahrzeugen.
- Öffentlich CCS 350–400 kW, Vertragstarif: 38–45 – Zwischenladen unterwegs.
- Öffentlich MCS ad hoc: 45–60 (Schätzung) – die Ausnahme.
Invest-Case Depot: Was ein Ladepunkt kostet
Der E-Lkw ist nur die Hälfte der Investition. Die andere Hälfte steht auf dem Hof – und ohne sie fährt er nicht. Netto-Schätzungen 2026, Bandbreite ±30 %, vor ENIN.
- Leistung je Lkw: 350 km/Tag ≈ 400 kWh; in 9 h Standzeit reichen 50–100 kW. Megawatt-Laden braucht nur, wer 2- oder 3-schichtig fährt.
- DC-Ladepunkt: 50 kW ~25 T€, 100 kW ~35 T€, 200 kW ~55 T€, 400 kW ~95 T€, MCS ab ~250 T€ (Hardware inkl. Montage).
- Tiefbau: Kabeltrasse, Fundament, Unterverteilung: 10–25 T€ je Ladepunkt – der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird.
- Netzanschluss: bis ~250 kW Niederspannung; darüber Mittelspannung mit Trafostation (630 kVA ~110 T€, 1 MVA ~160 T€, 1,6 MVA ~230 T€) plus Netzzutritts- und Netzbereitstellungsentgelt des Netzbetreibers.
- Lastmanagement: 10–15 T€ einmalig, 1–2 T€/Jahr Backend; senkt die nötige Anschlussleistung um ~30 %.
- Je E-Lkw, alles inklusive: 2 Lkw ~75 T€ je Lkw (Niederspannung, kein Trafo) · 5 Lkw ~95 T€ (ab ~250 kW wird eine Trafostation für ~110 T€ fällig) · 10 Lkw ~85 T€ · 20 Lkw ~75 T€. Mit 40 % ENIN bleiben 45–57 T€ je Lkw – diesen Wert in den TCO-Rechner übernehmen.
Was technisch nötig ist
- Netzzutritt beim Netzbetreiber anfragen (Leistung in kW, Standort, Zeitplan) – 2 E-Lkw brauchen 100–200 kW, 10 E-Lkw ~700 kW; Wartezeit 6–18 Monate, deshalb zuerst.
- Ladeprofil aus dem Tourenplan ableiten: Tagesverbrauch ÷ Standzeit = Ladeleistung je Lkw; ein Nachtfenster von 6–8 h genügt meist für 100 kW je Fahrzeug.
- Stellplätze mit Rangierfläche, Fundamente, Kabeltrasse zur Übergabestation planen; ab 250 kW Trafostation und Niederspannungshauptverteilung einplanen.
- Lastmanagement mit OCPP-Backend, Brandschutzkonzept mit der Versicherung abstimmen.
- ENIN-Antrag (40 % Ladeinfrastruktur) vor der Bestellung stellen – Ausschreibungsrunden der FFG beachten.
- Stromvertrag mit Zeitfenstern verhandeln, Lastspitzen deckeln (Leistungspreis); PV und Speicher als zweite Stufe rechnen.
- Kernrouten gegen ASFINAG-Standorte und die grenznahen Milence-/Aral-pulse-Parks prüfen; öffentliches MCS frühestens ab 2027 einplanen.